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Auf meinem Blog findest du Wissenswertes und Inspirationen zum Umgang mit Trauer, zu meinen aktuellen Projekten und meiner Arbeit.

Neben hilfreichen Tipps findest du auch eine große Portion Einfühlungsvermögen.

Viel Freude beim Lesen und Hinfühlen!

Herzlich
Christine Ruppe

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Waldweg mit Lichtstrahlen als Symbol für Hoffnung in der Trauer

Ich werde nie wieder glücklich sein

Bild von Christine Ruppe
Christine Ruppe

Kennst du das? Die Traurigkeit hat dich fest im Griff und dein Gefühlskarussell dreht wieder mal 5er-Loopings. Auf Dinge, die dir früher wichtig waren und Freude gemacht haben, hast du plötzlich keine Lust mehr. Alles wirkt belanglos. Manchmal sogar sinnlos. Kurz: nichts macht dir mehr richtig Freude?

Du bist mit diesem Gefühl nicht allein!

Bei mir war es so, dass mir plötzlich alles so unfassbar trivial vorkam. Meine Kollegen und Kolleginnen regten sich über Probleme im Job auf und ich stand abwesend daneben und dachte mir nur: „Echt jetzt? Sind das eure Probleme?“
Ich zog mich zurück in meine vier Wände und ließ mich vom Fernseher berieseln. Wirklich wahrgenommen habe ich das Programm allerdings nicht. Ich hatte keine Lust mehr, etwas mit Freunden zu unternehmen. Jeder soziale Kontakt war furchtbar anstrengend. Ich wollte einfach allein sein. Mit meinem Schmerz und meinen Gedanken.

Ich war immer ein positiver und fröhlicher Mensch, doch von einem Tag auf den anderen war diese Leichtigkeit verschwunden. Diese Unbeschwertheit, die mich mein Leben lang begleitet hat: einfach weg.

Ich saß auf meiner Couch und dachte:

„Ich werde nie wieder glücklich sein.“

Ein Gedanke, der Angst macht. Der verzweifelt klingt. Aber heute weiß ich, dass er in der Trauer erstaunlich häufig aufkommt.

In diesem Artikel erfährst du,

  • warum dieser Gedanke in der Trauer so häufig entsteht
  • warum Hoffnungslosigkeit nicht bedeutet, dass deine Zukunft verloren ist
  • weshalb du deinen Gedanken nicht alles glauben solltest
  • und wie du Schritt für Schritt wieder mehr Lebendigkeit in dein Leben lassen kannst


Ich nehme dich mit in ein Thema, das viele Trauernde kennen, über das aber nur selten gesprochen wird. Und ich kann dir schon jetzt sagen:

Du bist mit diesem Gedanken nicht allein.

Es wird nicht immer so bleiben

Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich irgendwann wieder lachen würde, ich hätte es nicht geglaubt. Der Schmerz und die Trauer waren einfach so übermächtig, dass es unvorstellbar war, dass es irgendwann wieder anders sein könnte.

Und vielleicht kannst du dir im Moment auch nicht vorstellen, jemals wieder echte Freude zu empfinden. Vielleicht fühlt sich jeder Tag gleich schwer an und die Zukunft wirkt wie ein grauer Nebel, in dem nichts Schönes mehr auf dich wartet.

Doch nur weil es sich heute so anfühlt, muss es nicht für immer so bleiben.

Trauer verändert uns. Manchmal verändert sie uns sogar sehr. Aber sie bedeutet nicht, dass dein Leben vorbei ist. Sie bedeutet auch nicht, dass du nie wieder lachen, genießen oder glücklich sein wirst.

Heute weiß ich, dass dieser Gedanke vor allem eines war: ein Ausdruck meiner Verzweiflung und des Schmerzes.

Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich irgendwann wieder Pläne schmieden, Vorfreude empfinden oder einfach einen schönen Moment genießen würde. Heute weiß ich, dass all das wieder möglich ist.

Nicht, weil die Trauer plötzlich verschwunden war, sondern weil sie mit der Zeit ihren Platz gefunden hat. Ich habe gelernt, mit der Trauer zu leben. Manchmal gebe ich ihr etwas Raum, aber sie bestimmt nicht mehr, wie ich mich fühle. Vielleicht klingt das für dich gerade noch weit weg. Das ist völlig in Ordnung. Du musst es auch nicht sofort glauben. Für den Moment reicht es vielleicht schon, die Möglichkeit zuzulassen, dass dein Verstand sich irren könnte und dieser Zustand nicht für immer bleibt.

Warum Trauer uns manchmal die Hoffnung raubt

Wenn du gerade denkst: „Ich werde nie wieder glücklich sein“, dann ist das eine ganz normale Reaktion auf einen schweren Verlust.

Trauer verändert unseren Blick auf die Welt. Dinge, die früher wichtig waren, treten plötzlich in den Hintergrund. Pläne, auf die du dich früher gefreut hast, interessieren dich auf einmal nicht mehr. Vielleicht fühlst du dich leer, erschöpft oder wie von der Welt abgeschnitten.

Vielleicht hast du schon mal den Spruch gehört „Where attention goes, energy flows“ (also „deine Energie folgt deiner Aufmerksamkeit“).

Wenn wir trauern, konzentriert sich unser Blick oft auf das, was fehlt:

• den Menschen, den wir verloren haben

• gemeinsame Pläne, die nie mehr stattfinden werden

• Erinnerungen, die schmerzen

• die Lücke, die entstanden ist

Die Gedanken drehen sich im Kreis und nehmen immer mehr Raum ein. Viele Trauernde erleben außerdem Konzentrationsprobleme, weil das Gehirn mit der Verarbeitung des Verlustes beschäftigt ist.

Klar, dass es da schwerfällt, nach vorne zu schauen. Die Zukunft wirkt leer und manchmal sogar beängstigend. Denn alles, was man sich vorgestellt hat, sieht plötzlich anders aus.

Hinzu kommt, dass unser Gehirn in Krisenzeiten gerne in Extremen denkt. Aus einem „Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, wieder glücklich zu sein“ wird dann schnell ein „Ich werde nie wieder glücklich sein“. Und aus einem „Heute fühlt sich alles schwer an“ wird ein „Es wird immer so bleiben“.

Doch zwischen diesen beiden Aussagen liegt ein großer Unterschied. Die erste beschreibt dein aktuelles Erleben. Die zweite behauptet, die Zukunft zu kennen.

Und genau hier lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen.

Gedanken sind keine Tatsachen

Spiegelung einer Berglandschaft im Wasser als Symbol dafür, dass Gedanken nicht immer die Realität zeigen


Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich in meiner eigenen Trauer gemacht habe:

Gedanken sind keine Tatsachen.

Das klingt vielleicht erstmal banal. Doch wenn wir trauern, fühlen sich unsere Gedanken oft sehr realistisch an. Wir hinterfragen sie nicht mehr. Wir glauben ihnen.

Dabei ist unser Verstand manchmal ein ziemlich kreativer Geschichtenerzähler.

Du kennst das: ich sage dir „Denke jetzt nicht an einen rosa Elefanten“.

Und was passiert? Du denkst sehr wahrscheinlich direkt an einen rosa Elefanten.

Gibt es rosa Elefanten? Nein.

Aber dein Verstand hat trotzdem sofort ein Bild erzeugt.

Genau das macht unser Gehirn den ganzen Tag. Es produziert Gedanken, Erinnerungen, Befürchtungen und Zukunftsszenarien. Manche davon sind hilfreich, andere machen uns Angst. Und wieder andere fühlen sich so wahr an, dass wir sie kaum noch hinterfragen.

In der Trauer könnte das zum Beispiel der Gedanke sein:

„Ich werde nie wieder glücklich sein.“

Das Problem dabei ist: Dein Verstand kann die Zukunft genauso wenig vorhersagen wie du oder ich. Er versucht lediglich, aus deinem aktuellen Erleben eine Prognose für die Zukunft abzuleiten und neigt dabei zu vorschnellen Schlüssen. Aus einem:

  • „Heute bin ich traurig“ wird ein „Ich werde immer traurig sein.“
  • „Heute macht  mir nichts Freude“ wird ein „Ich werde nie wieder Freude empfinden.“
  • „Heute wirkt alles sinnlos“ wird ein „Das Leben ist sinnlos geworden.“


Doch nur weil dein Verstand etwas behauptet, muss es noch lange nicht stimmen.

Eine Übung, die ich in meiner Arbeit gerne nutze, besteht darin, Gedanken etwas anders zu formulieren.

Statt zu sagen:

„Ich werde nie wieder glücklich sein.“

könntest du sagen:

„Ich habe gerade den Gedanken, dass ich nie wieder glücklich sein werde.“

Das wirkt auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit. Tatsächlich entsteht dadurch aber etwas Abstand.

Plötzlich ist der Gedanke nicht mehr die Wahrheit. Er ist einfach nur ein Gedanke.

Nur weil ein Gedanke auftaucht, bedeutet das nicht, dass du ihm folgen musst.

Wie du mit diesem Gedanken umgehen kannst

Steig nicht in jeden Zug ein

Stell dir vor, du sitzt auf einer Bank am Bahnhof. Immer wieder fahren Züge ein und aus. Manche sind angenehm. Andere tragen Namen wie:

„Ich werde nie wieder glücklich sein.“

„Es wird nie wieder besser.“

„Mein Leben hat keinen Sinn mehr.“

Du kannst diese Züge wahrnehmen. Aber du musst nicht in jeden Zug einsteigen.

Genau das gilt auch für Gedanken. Nur weil ein Gedanke auftaucht, bedeutet das nicht, dass du ihm glauben oder folgen musst.

Hole dich zurück ins Hier und Jetzt

Wenn dein innerer Katastrophensender mal wieder rund um die Uhr sendet und dich mit Negativmeldungen überflutet, dann darfst du ihn ruhig ausschalten.

Die 5-4-3-2-1- Übung kann dir dabei helfen:

  • 5 – Schau dich um und nenne fünf Dinge, die du sehen kannst.
  • 4 – Danach vier Dinge, die du hören kannst.
  • 3 – Drei Dinge, die du spüren kannst.
  • 2 – Zwei Dinge, die du riechen kannst.
  • 1 – Und eine Sache, die du schmecken kannst.

Das dauert nur wenige Minuten und die genügen oft schon, um dein Nervensystem zu beruhigen und dein Gehirn zu entlasten.

Schaffe dir kleine Lichtblicke

Als ich selbst getrauert habe, konnte ich mir lange nicht vorstellen, jemals wieder glücklich zu sein. Große Veränderungen waren für mich unvorstellbar.

Kleine Lichtblicke dagegen waren möglich.

  • Ein Spaziergang in der Natur.
  • Den Vögeln beim Singen zuhören.
  • Ein Gespräch mit einer vertrauten Person.
  • Oder einfach nur die Sonne für ein paar Minuten im Gesicht spüren.

Hab nicht den Anspruch, sofort wieder glücklich zu werden. Das ist utopisch. Doch jeden Tag ein paar kleine, leichte Momente zu erleben, das ist sehr gut möglich.

Und kleiner Tipp am Rande: schenke dir regelmäßig selbst eine Umarmung und wiege dich dabei ein wenig hin und her. Spüre, wie beruhigend und tröstend das sein kann.

Du wirst nicht für immer so fühlen

Der Gedanke „Ich werde nie wieder glücklich sein“ gehört für viele Menschen zur Trauer dazu. So schmerzhaft er auch ist: Er bedeutet nicht, dass er wahr ist.

Trauer raubt uns manchmal die Hoffnung und lässt die Zukunft düster erscheinen. Doch Gedanken sind keine Tatsachen. Sie spiegeln oft wider, wie es uns gerade geht, jedoch nicht, wie unser Leben für immer aussehen wird.

Vielleicht kannst du dir heute noch nicht vorstellen, dass es irgendwann wieder leichter wird. Das ist völlig in Ordnung.

Für den Moment reicht es, die Möglichkeit zuzulassen, dass dein Verstand sich irren könnte. Und dass da draußen doch noch ein Leben auf dich wartet, das wieder schöne Momente, Freude und Leichtigkeit bereithält.

Das Wichtigste aus diesem Artikel:

  • Hoffnungslosigkeit in der Trauer ist normal und bedeutet nicht, dass du für immer so fühlen wirst.
  • Gedanken sind keine Tatsachen.
  • Du musst nicht jedem Gedanken glauben.
  • Kleine Lichtblicke können helfen, Schritt für Schritt wieder mehr Lebendigkeit zu spüren.
  • Der Gedanke „Ich werde nie wieder glücklich sein“ fühlt sich oft wahr an. Er ist es aber nicht.

Du musst diesen Weg nicht allein gehen

Ich weiß selbst ganz genau, wie schwer es ist, in dieser Situation optimistisch zu sein und den eigenen Gedanken nicht alles zu glauben.

Falls du dir dabei Unterstützung wünschst, dann scheue dich nicht, ein kostenloses Kennenlerngespräch zu vereinbaren. Dieses ist völlig unverbindlich und verpflichtet dich zu nichts.

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Einmal im Monat erhältst du dort Gedanken, Tipps und Geschichten, die dich in deiner Trauer begleiten und unterstützen können. Die Anmeldung findest du auf meiner Homepage.

Und bitte vergiss nicht: Du bist mit diesem Gedanken nicht allein. Manchmal beginnt Hoffnung mit dem Wissen, dass sich nicht alles glauben lässt, was der eigene Verstand erzählt.

Über die Autorin

Ich schaffe einen Raum, in dem du gehalten wirst.​

Meine Mission ist es, Menschen in Krisenzeiten einen Raum zu schaffen, in dem sie sich gehalten fühlen. Denn viel zu oft müssen trauernde Menschen lernen, allein mit ihrem Verlust umzugehen. Für ihr Umfeld ist das Thema unangenehm und wird daher häufig tabuisiert.
Hinzu kommt, dass es nicht den einen Weg gibt, mit seinem Verlust umzugehen. Jeder Mensch trauert auf seine Weise und jedes Schicksal setzt an einem anderen Punkt an. Gerade in so einer schwierigen und ungewissen Phase wünschen sich die Betroffenen, verstanden zu fühlen. Sie wollen sich anlehnen und einfach mal “schwach” sein. Und genau das ist mein Antreiber.

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